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Industriestadt Ludwigshafen

Schwer und mühsam zieht der starke Rheinschlepper Stinnes IV die großen Lastkähne hinter sich her rheinaufwärts. Sie sind hoch über das vom Wasser überspülte Gangbord mit Kohlen aus dem Ruhrgebiet be­laden. Jetzt nähert sich der Schleppzug der Industriestadt Ludwigshafen. Er ist am Ziel seiner langen Fahrt. Schon von weitem sieht man die hohen Schornsteine der vielen Fabriken rauchen. Weite Lagerhallen, Öltanks, Kräne und Güterwagen umsäumen den großen Rheinhafen, in dem die Schleppkähne vor Anker gehen. Sofort beginnt ein mächtiger Laufkran mit dem Löschen der Ladung. Die Kohle ist für die größte chemische Fabrik Europas, für die Badische Anilin- und Sodafabrik be­stimmt. Die 3000 Tonnen-Ladung des Schleppkahns Emma — das entspricht der Ladefähigkeit von drei Güterzügen mit je 50 Waggons — reicht gerade aus, um die BASF für einen Tag mit dem nötigen Rohstoff zu versorgen.

Industriestadt Ludwigshafen

Von klugen Chemikern im Laboratorium ausgedacht, werden in den weitverzweigten Werksanlagen aus Steinkohleteer Farben, Arzneimittel, Kunstdünger und Kunststoffe hergestellt. 40 000 Menschen arbeiten in dieser gewaltigen Fabrik. Nur zwei Tage liegt die Emma im Luitpoldhafen vor Anker. Dann geht sie, vollbeladen mit Kunst­dünger, schon wieder auf eine neue Fahrt rheinabwärts nach Rotterdam.

 

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